Kanu (Na-)tour im Westhavelland

Folgen Sie auf Ihrer Wasserwandertour – aus Richtung Havelberg kommend – der Havel stromaufwärts, gelangen sie in den 1998 eröffneten Naturpark Westhavelland. Dieser erstreckt sich entlang der Unteren Havel von Strodehne bis zum Pritzerber See und eignet sich wunderbar für eine geruhsame Kanutour inmitten einer der gewässerreichsten Regionen Deutschlands. Speziell in den Sommermonaten lohnt sich hier ein Abstecher in das Hohennauener-Ferchesarer Seengebiet, nördlich von Rathenow, das mit seinem vielfältigen Angebot an Rastplätzen, Badestellen, Gaststätten und Campingplätzen über alles verfügt, was sich ein Wassersportler wünscht.

Lassen Sie sich verzaubern von der unverwechselbaren Landschaft des Westhavellandes mit ihren weiten Niederungen, waldreichen Erhebungen und großen Moor- und Sumpfgebieten. Mit dem Boot unterwegs auf malerischen Flussabschnitten können Sie die Vielfalt und Ursprünglichkeit dieser Wasserlandschaft ganz in sich aufnehmen. Wer Ruhe und Entspannung sucht, der ist hier genau richtig.

Der Naturpark Westhavelland ist das größte zusammenhängende Feuchtgebiet im westlichen Mitteleuropa und bietet zahlreichen seltenen Tier- und Pflanzenarten eine Heimat. Biber und Fischotter sind hier ebenso zu Hause wie eine bemerkenswerte Vielfalt an Amphibien, Fischen, Insekten und Pflanzen. Im Frühjahr und Herbst lassen sich Scharen von nordischen Gänsen, Schwänen, Kranichen, Enten und Schnepfenvögeln beobachten, die auf ihren langen Zugrouten die nahrungsreichen Rastplätze der Region aufsuchen.

Aber auch Kulturliebhaber kommen im Westhavelland auf ihre Kosten. Die Region ist reich an historischen Gebäuden, Kirchen und technischen Denkmälern. Wie wäre es z. B. mit einem Besuch in Rathenow – der Stadt der Optik? Auf dem Dunckerplatz erinnert ein Denkmal an den Begründer der optischen Industrie in Rathenow, Johann Heinrich August Duncker. Das Geburtshaus Dunckers kann auf dem Kirchberg, seine Grabstätte auf dem evangelischen Friedhof besichtigt werden. Auch befindet sich hier mit dem Kurfürstendenkmal das bedeutendste Sandsteindenkmal Norddeutschlands. Bei einem Bummel durch die Altstadt Rathenows treffen Sie auf die um 1200 als romanische Basilika erbaute St. Marien-Andreas-Kirche.

Ebenso lohnt es sich, einen Landgang in den Havelorten Milow und Pritzerbe einzuplanen. Gleich am Ortseingang von Milow fällt die als Fachwerkbau um 1695 konstruierte dreischiffige Dorfkirche auf. In der Kirche sei besonders auf die bemalte Holzdecke und die Barockkanzel hingewiesen. In Milow gibt es zudem eine der wenigen Jugendherbergen des Havellandes, die in der Villa des ehemaligen Berliner Molkereibesitzers Carl Bolle untergebracht ist. Interessante Naturlehrpfade laden zu einem Spaziergang abseits der Havel und das Wasserwanderzentrum zum verweilen ein.

Pritzerbe ist eine der ältesten Städte (seit 948) des Havellandes, die über eine lange Fischerei- und Schifffahrtstradition und eine sehenswerte Altstadt verfügt. Hier steht die aus dem 17. Jahrhundert stammende barocke Pfarrkirche St. Marien, in der sich eine von Joachim Wagner erbaute Orgel befindet, die aus der Garnisionskirche in Berlin stammt.