Havelländische Spuren von Schlösser- und Obstkulturen

Ob zu Wasser oder zu Land – wer im Potsdamer Havelseengebiet unterwegs ist, kommt nicht umhin, den staatlich anerkannten Erholungsort Werder (Havel) mit einem Besuch zu beehren. Der Name Werder bedeutet soviel wie "vom Wasser umflossenes Land" und ist auf die Lage der Stadt zurückzuführen.

Die malerische Altstadt Werders – heute als 'Inselstadt' bezeichnet – mit Heilig-Geist-Kirche und Bockwindmühle wird sanft von zwei Havelarmen umschlossen und lädt am Ufer zu köstlichen Fischspezialitäten (z. B. Havelzander) in gemütlicher Atmosphäre ein. Schauen Sie sich diese zauberhafte Kulisse von der Wasserseite aus an und machen Sie eine Bootstour auf der Havel, vorbei an den Fischerreusen, die schon mehrere hundert Jahre dort stehen. Neben der Fischerei ist Werder (Havel) vor allem für seine Obstkulturen berühmt, und das weit über die Grenzen Brandenburgs hinaus. Werder (Havel) ist nicht nur die Obstkammer Berlins sondern auch die "Blütenstadt der Mark". Kommen Sie doch mal im Frühjahr vorbei, wenn sich die Stadt und die umliegenden Obstanbau-gebiete in ein traumhaftes Blütenmeer verwandeln und die Werderaner ihr traditionsreiches Baumblütenfest feiern, das alljährlich Ende April tausende von Besuchern begeistert. Wer mehr über die Tradition des Obstanbaus in Werder (Havel) erfahren möchte, der sollte das weltweit einzige Obstbaumuseum auf der Inselstadt besuchen oder an einer Plantagenfahrt zur Baumblüte teilnehmen.

Verlassen Sie die Stadt Werder (Havel) in nördliche Richtung über den Großen und Kleinen Zernsee sowie den Göttinsee, erreichen Sie die schmucke Stadt Ketzin, wo es sich allemal lohnt, erneut den Anker auszuwerfen. Bei einem Spaziergang durch die eng verwinkelten Gassen des Fischereiviertels wird einem schnell die historische Bedeutung Ketzins als Ort der Fischer bewusst. Besondere Höhepunkte sind hier das traditionelle Fischerfest sowie das jährlich stattfindende Skippertreffen. In Paretz (einem Ortsteil von Ketzin) ließ Friedrich Wilhelm III. 1797 für sich und seine Gemahlin Luise ein Gutsschloss bauen, in dem sie gemeinsam die Sommermonate verbrachten. Sehenswert ist auch das klassizistische Dorfensemble von Paretz mit Dorfkirche und Gotischem Haus.

Südlich von Werder (Havel) befindet sich der Schwielowsee, von dem Theodor Fontane auf seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg einmal sagte: "Der Schwielowsee ist breit, behaglich, sonnig und hat die Gutmütigkeit aller breit angelegten Naturen". Insbesondere Segler und Surfer haben hier ideale Bedingungen. Nicht nur Kunstliebhabern wird auffallen, dass gleich zwei reizvolle Schlösser die Ufer des Schwielowsees säumen. Das eine befindet sich in Caputh, stammt aus dem 17. Jahrhundert und diente einst als Sommerresidenz der preußischen Könige. In der Stadt lohnt es sich den Aussichtspunkt auf dem Krähenberg aufzusuchen oder das Sommerhaus Einsteins und die Caputher Kirche zu besichtigen. Das andere, von Schinkel 1825 entworfene Schloss, steht in Petzow, einem Ortsteil von Werder (Havel), und ist von einem prachtvollen Landschaftspark umgeben, den der Gartenarchitekt Lenné gestaltete.

Vom Schwielowsee gelangen Sie über das enge Caputher Gemünde und den Templiner See zur Schlösserstadt Potsdam, wo Sie vor den Toren Berlins ein weiterer Höhepunkt Ihrer Wasserwanderung durch das Potsdamer Havelseengebiet erwartet.